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Social Media Marketing: Stoppt den Infografik-Wahn!

von Annegret Haffa am 08.10.2015 12:33:35

Sagen Bilder wirklich mehr als 1000 Worte?

Aus dem „WimInfografiken1melbilder“-Alter bin ich definitiv raus. Ich habe auch nicht die Zeit, mich endlos lang in die kunterbunten Verwirrbildchen mit Schlaufen, Pfeilen, Röhren, Kringel, Sprechblasen und was noch alles an anregender Optik geboten wird, reinzudenken. Irgendwo finde ich dann ein paar – oder ganz viele – Zahlen und etwas Text. Die Zahlen sind meistens auch groß und bunt, aber der Text ist so kleingedruckt, dass selbst bei Vergrößerung wenig zu erkennen ist. Geben Sie doch mal einfach in Google „Infografiken Social Media“ ein, und Sie werden wissen, was ich meine.
Aber hübsch sehen sie manchmal schon aus, diese Infografiken. Modern, grafisch echt gut und professionell. Sie gefallen mir viel besser als langweilige Torten- und Balkendiagramme oder gar nackter Text in Bullet-Points – das ist nun wirklich out.

 

Doch - ob in PR Marketing oder Vertrieb - wie immer, wenn es um Kommunikation geht, muss ich die Frage stellen: Was ist der Erkenntnisgewinn? Was bringt’s? Für mich ist eine Infografik dann gelungen, wenn sie ihren Zweck erfüllt: Schnell und gut zu informieren – und zwar schneller und besser, als es mit anderen Darstellungsformen ginge. Und da habe ich den Eindruck, dass viele Unternehmen nur dem Trend „Infografik“ folgen, ohne sich Gedanken, zu machen, ob dies denn auch das richtige Mittel bzw. Instrument für die Darstellung und Kommunikation ist.

Denn: Infografiken werden in der Regel betrachtet und gelesen. Sie sind ein Instrument der schriftlichen Kommunikation, sie müssen also für sich selbst sprechen, es ist niemand da, der sie erläutert oder erklärt – im Gegensatz zu Präsentationen oder Academic Posters, die einen Vortrag stützen und visualisieren.

Hier meine Tipps zum richtigen Mittel der Darstellung:

- Beantworten Sie als Erstes die folgenden Fragen:

  • Wer ist meine Zielgruppe, mein Auditorium?
  • Geht es um einen Vortrag oder um reines Lesen?
  • Was ist meine Kernaussage, was sind meine Ergebnisse oder Trends, die ich kommunizieren möchte?

- Formulieren Sie diese Aussagen mal ganz traditionell in Stichworten, und visualisieren Sie sie mit einfachen Diagrammen.

- Nehmen Sie diese Informationen als Briefing für die Infografik.

- Vergleichen Sie die Ergebnisse von Stichpunkten und Infografik: In welcher Form der Darstellung erfassen Sie den Sinn besser?

So finden Sie schnell heraus, ob eine Infografik für das, was Sie zu sagen haben, wirklich hilfreich ist, oder ob Sie nicht eine andere Form wählen sollten. Infografiken allein um der Infografik willen – das bedeutet „form kills function“ anstatt „form follows function“! Damit ist niemand geholfen.

Kategorien: Kommunikation, Marketing, PR, Vertrieb

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